Verrat

Enttäuschung. Wut. Trauer. Verzweiflung. Hass. Fassungslosigkeit. Schmerz.

All diese Gefühle, die in einem toben.
Die Gefühle, die einen zerstören, auffressen, obwohl man selbst das Opfer ist.
Diese Gefühle, die einen hilflos machen.
Diese Gefühle, die für immer Narben hinterlassen.

Die Enttäuschung, die einem die Zuversicht nimmt und das Vertrauen.
Die Enttäuschung darüber, dass so viel Vertrauen einfach verkauft wurde.
Die Enttäuschung darüber, dass man nun gezwungen ist zu zweifeln, weil die Enttäuschung kein Vertrauen ermöglicht.

Die Wut, die einen einnimmt.
Die Wut auf verkaufte Momente, zerstörte Erinnerungen und Zeit.
Die Wut auf das Leben, das einem so etwas antut.
Die Wut auf das verschenkte Vertrauen.

Die Trauer, die einen betrübt und einem die Freude nimmt.
Die Trauer, die einen blockiert, neue Wege zu gehen.
Die Trauer, die die Wut blockiert und einen zwingt, zu denken und zu leiden.
Die Trauer über den Verlust eines Teils von sich selbst und des eigenen Lebens.

Die Verzweiflung, die die Hoffnungslosigkeit stärkt.
Die Verzweiflung, die einem nicht verrät, wie es nun weitergeht.
Die Verzweiflung, weil ein Halt verschwunden ist.
Die Verzweiflung über sich selbst.

Der Hass, der einen zerfrisst.
Der Hass, der mörderisch ist.
Der Hass, der einen Kraft kostet.
Der Hass darüber, dass man sich aufregt.
Der Hass auf die Unvollkommenheit des Lebens.

Die Fassungslosigkeit, die das eigene Fassungsvermögen übersteigt.
Die Fassungslosigkeit über die Sinnlosigkeit.
Die Fassungslosigkeit über die Gründe.
Die Fassungslosigkeit über die eigene Reaktion.

Der Schmerz, der einen tief im Inneren zerreißt.
Der Schmerz, der droht, das Gute zu übertreffen.
Der Schmerz über das Verlorene.
Der Schmerz, der tief sitzt und der für immer Narben hinterlässt.

All das rast durch den Kopf, durch das Herz und dringt tief in die Seele ein.
Es zerstört so unendlich viel.
Es wird so unendlich viel sinnlos zerstört.
Es bringt tiefe Kluften mit sich und eben so tiefsitzenden Kummer, Leid, Wut, Schmerz.
Es ist das Schlimmste, was dir angetan werden kann.

Und es wird immer nur von den Menschen begannen, von denen du es nie erwartet hättest.

Verrat.

3 Gedanken zu „Verrat

  1. Lieber Adrian, ich kann nur erahnen, wie es dir geht, denn so eine tiefe Enttäuschung musste ich bisher nicht erleben. Danke, dass du so eine persönlichen Einblick gibst. Ich kenne zwar alle die Gefühle – aber minus den Hass – aus der Zeit, als ein naher Angehöriger von mir viel zu jung sterben musste. Ich kann mir vorstellen, wie viel Kraft das alles kostet. Ich wünsche dir diese Kraft jeden Tag aufs Neue!

  2. Hallo Adrian. Ich habe Verrat Gott sei Dank noch nie selbst erlebt, kann mir aber vorstellen, wie du dich fühlen wirst. Ich wünsche dir, dass du darüber hinweg kommst.

    Liebe Grüße
    Nadine

  3. Hallo Adrian, ich kenne diese Gefühle auch nur zu gut, und ich weiß auch, dass sie einen manchmal so richtig lahmlegen können. Hast du für dich selbst eigentlich Wege gefunden, wie du mit diesen Gefühlen umgehst? Meistens kommen sie ja sehr überraschend, und dann sind sie doch eine richtige Überforderung.
    Liebe Grüße,
    Michaela

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