Verrat

Enttäuschung. Wut. Trauer. Verzweiflung. Hass. Fassungslosigkeit. Schmerz.

All diese Gefühle, die in einem toben.
Die Gefühle, die einen zerstören, auffressen, obwohl man selbst das Opfer ist.
Diese Gefühle, die einen hilflos machen.
Diese Gefühle, die für immer Narben hinterlassen.

Die Enttäuschung, die einem die Zuversicht nimmt und das Vertrauen.
Die Enttäuschung darüber, dass so viel Vertrauen einfach verkauft wurde.
Die Enttäuschung darüber, dass man nun gezwungen ist zu zweifeln, weil die Enttäuschung kein Vertrauen ermöglicht.

Die Wut, die einen einnimmt.
Die Wut auf verkaufte Momente, zerstörte Erinnerungen und Zeit.
Die Wut auf das Leben, das einem so etwas antut.
Die Wut auf das verschenkte Vertrauen.

Die Trauer, die einen betrübt und einem die Freude nimmt.
Die Trauer, die einen blockiert, neue Wege zu gehen.
Die Trauer, die die Wut blockiert und einen zwingt, zu denken und zu leiden.
Die Trauer über den Verlust eines Teils von sich selbst und des eigenen Lebens.

Die Verzweiflung, die die Hoffnungslosigkeit stärkt.
Die Verzweiflung, die einem nicht verrät, wie es nun weitergeht.
Die Verzweiflung, weil ein Halt verschwunden ist.
Die Verzweiflung über sich selbst.

Der Hass, der einen zerfrisst.
Der Hass, der mörderisch ist.
Der Hass, der einen Kraft kostet.
Der Hass darüber, dass man sich aufregt.
Der Hass auf die Unvollkommenheit des Lebens.

Die Fassungslosigkeit, die das eigene Fassungsvermögen übersteigt.
Die Fassungslosigkeit über die Sinnlosigkeit.
Die Fassungslosigkeit über die Gründe.
Die Fassungslosigkeit über die eigene Reaktion.

Der Schmerz, der einen tief im Inneren zerreißt.
Der Schmerz, der droht, das Gute zu übertreffen.
Der Schmerz über das Verlorene.
Der Schmerz, der tief sitzt und der für immer Narben hinterlässt.

All das rast durch den Kopf, durch das Herz und dringt tief in die Seele ein.
Es zerstört so unendlich viel.
Es wird so unendlich viel sinnlos zerstört.
Es bringt tiefe Kluften mit sich und eben so tiefsitzenden Kummer, Leid, Wut, Schmerz.
Es ist das Schlimmste, was dir angetan werden kann.

Und es wird immer nur von den Menschen begannen, von denen du es nie erwartet hättest.

Verrat.

Eine Feld-, Wald- und Wiesenblume (inspiriert durch den Deutschunterricht!)

Im Deutschunterricht haben wir das Gedicht „Es ist alles eitel“ von Andreas Gryphius durchgenommen.
Und nachdem ich das Gedicht endlich verstanden habe, was eine Weile gedauert hat 😉 weil es recht „barock“ geschrieben ist, ging mir die eine Zeile nicht mehr aus dem Kopf:

„Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub vnd Wind;
Als eine Wiesen-Blum / die man nicht wider find’t.
Noch wil was ewig ist kein einig Mensch betrachten!“

Und dann hab ich mir die Wiesenblume als Menschen vorgestellt.
Denn wenn man mal durch eine Stadt geht, zum Beispiel am Wochenende, ist es sehr voll. Man sieht eine Menge Menschen. Selbst wenn man sich einen Menschen aus dieser Menge aussuchen würde, würde auch er in der Menge wieder „verschwinden“. Man würde ihn nicht wiedererkennen. So, das war mein Anfangsgedanke.

Aber irgendwie wurde aus diesem Gedanken während des Schreibens meines Textes dann ganz was anderes, was mir aber auch gefällt. 🙂

Aber lest mal selbst:

Eine Feld-, Wald- und Wiesenblume

Eine Blume auf einem Feld.
Sie steht da, sie wiegt sich sanft im Wind, umgeben von hundert, tausend anderen.
Es ist einfach eine Blume, eine Blume wie jede andere auch. Sie wirkt so unbeschwert, wie sie da so steht und im Wind leicht schwankt.

Doch der Schein trügt:
Denn als normale, einfache und schlichte Wiesenblume ist das Leben schwer.
Wird man nicht im Sturm weggeweht oder verdurstet man nicht in der Sommerhitze dann wird man vielleicht einfach plattgetrampelt oder noch schlimmer, gar gefressen.
Vielleicht wird man aber auch einfach nur weggemäht.
Es kann einer Wiesenblume auch passieren, dass sie gepflückt wird. Sie landet dann in irgendeiner Vase und leidet ohne den geliebten Wind vor sich hin. Unfähig, irgendetwas dagegen zu tun.

Das Leben ist hart, so als einfache Feld-, Wald- und Wiesenblume.

Leichter haben es da auf jeden Fall die Tulpen und die Rosen! Ja sogar die Veilchen und die Stiefmütterchen leben komfortabler als die Wiesenblumen.
Sie werden zwar auch mitunter von Schädlingen geplagt.
Aber die werden für sie vertrieben.
Auch sie stehen manchmal frierend in Wind und Wetter. Doch sie werden stabilisiert.
Und sie bekommen im Sommer extra Wasser gereicht damit sie nicht vertrocknen.
Um diese privilegierten Blumen, die Tulpen, Rosen, Veilchen, kümmert man sich liebevoll.

Manchmal spricht sogar jemand mit ihnen.
Sie führen ein gutes Leben!

Aber mit den schlichten, unscheinbaren, so gar nicht besonders aussehenden Blumen am Wegesrand, auf der Wiese, am Feldrain, redet niemand.
Meist werden sie nicht einmal entdeckt.
In heißen Sommern gar Wasser gereicht bekommen? Pusteblume.
Das Leben ist schon hart. Als Löwenzahn, als Zichorie, als Klatschmohn am Ackerrand, als welke Blume.
Sie sind einfach da, bilden den gefälligen aber nie bemerkten bunten Rand der Wiesen und Felder.
Vergehen sie, kommt, ohne Trauer um sie, eine neue nach. Ein unbemerktes Kommen und Gehen…

Wie wunderbar muss da doch das Leben der Schönen sein?
Wenn eine solche Blume geht, wissen es alle! Alle beklagen den Verlust.
In den Reihen der ¨Besonderen¨ ist eine Lücke, die sofort bemerkt wird – und dann bekommt eine neue Zierdeblume ihren Platz, den Platz derjenigen, die nicht mehr ist oder derjenigen, die nicht mehr Zierde genug war…
Ein Kommen und Gehen… auch hier…

Aber immer kommt eine Rose für eine Rose.
Eine Tulpe für eine Tulpe.
Eine Lilie für eine Lilie.

Einen Löwenzahn aber wird man dort nie finden.

Doch worin unterscheiden sich Rose und Löwenzahn  – außer im Aussehen?

 

Meine Gedanken zur besinnlichen Vorweihnachtszeit

Die besinnliche Vorweihnachtszeit

In den Wochen vor Weihnachten, wenn der erste Schnee die Straßen bedeckt und die Leute Geschenke kaufen, dann ist das für alle eine Zeit um zur Ruhe zu kommen. Kurz, es ist eine leichte und besinnliche Zeit.
Also, so sollte es zumindest sein.
Denn statt Schnee fällt Regen auf die Straßen und zur Ruhe kommt eigentlich niemand so recht. Alle sind im Stress des Geschenkekaufens.

Am schwersten aber ist diese Zeit für Schüler. Man könnnte sagen, die Vorweihnachtszeit ist eher eine „besinnliche Zeit des Lernens“.

Ich selbst kann meine Worte nur bestätigen: In den nächsten drei Wochen schreiben wir vier Schulaufgaben und eine Kurzarbeit und ein paar Exen.
Das heißt, man sitzt daheim oder in der Schule und schwitzt über Mathe, Englisch, Chemie, Latein und lässt sich dabei von einer gemütlich kuschligen Heizung wärmen. So man denn das Glück hat, an selbiger zu sitzen.

Ein Optimist könnte das Ganze so sehen: Ein bisschen menschliche Wärme, Einigkeit, Zusammensein und Wissensmehrung, das ist dann der „schulische Advent“. 😉

Ein Pessimist sieht das Ganze aber vielleicht ein bisschen anders: Man hockt auf engstem Raum aufeinander und wegen der Heizungen und den warmen Klamotten schwitzt man sich zu Tode.

Zur Schwitzerei über den Schulbüchern kommt das Rauchen der Köpfe und schon hat man „weihnachtlichen Smog“.

Man ist sich weiter allgemein darüber einig, dass alle lieber nach Hause wollen, abhängen, relaxen oder zocken.

Gut, positiv zu erwähnen ist vielleicht, dass man zum Streiten, was für viele Menschen die leichteste Übung scheint, keine Kraft mehr hat – wegen der Lernerei. 🙂

Bei den Kleinen ist zudem die Vorfreude auf die Ferien und die damit kommenden Geschenke zu groß, als dass sie etwas im Kopf behalten würden.

Ich interpretiere die schulische Lern-Besinnlichkeit für mich so:
Die Lehrer brauchen Noten. Dringend.
Also müssen die armen Schüler ranklotzen. Nicht schön.

Und wenn ich so weiter darüber nachdenke, liegt die besinnliche Weihnachtszeit zeitlich betrachtet recht dämlich. Jetzt nämlich erst haben die Lehrer die ersten Themen durch und müssen uns arme unbesinnliche Weihnachts-Wichtelchen schreiben lassen. Schulaufgabe um Schulaufgabe, Ex um Ex.

Faszinierend daran finde ich folgendes:
Würde man alle Schulaufgaben als einzelne dicke, rote Farbpunkte auf einem Blatt Jahreskalender-Papier darstellen, dann sähe man überall eine leichte Rottönung. Aber, um Weihnachten herum wäre ein großer, dicker, fetter, roter Fleck! Wobei… ist nicht Rot die Farbe der Weihnacht? Rote Kugeln, rote Weihnachtsmänner, rote Kerzen… Hm… 😉

Das Gute daran ist, es gibt bei allem Leiden 😉 ein Ziel auf ein Leben „nach der adventsbesinnlichen Schulaufgabe“, das täglich näher kommt: Weihnachten!

Obwohl es auch wieder fraglich ist, ob dies nun wirklich so gut ist. Warum?
Ganz einfach: Wochenlang zerreißt einen die Vorfreude, die (Schul-)Stunden vergehen nicht.
Stunden dauern Tage.
Tage dauern Wochen.
Und Wochen Jahre. 😉
Ein weit entfernter Traum, der nur langsam, wie eine einzelne, verirrte Schneeflocke nähergetanzt kommt.

Aber immerhin kann man sich in diesen Wochen auf seine Geschenke freuen und hoffen, dass es das Richtige ist, was dann unterm Weihnachtsbaum liegt.

Ich halte fest:
Zwischen all den Schulaufgaben, den Hausaufgaben, den Übungsaufgaben sollte man in der besinnlichen Vorweihnachtszeit möglichst in allen kleinen Pausen adventlichbesinnlich träumen, hoffen, bangen, sich vor Vorfreude zerrupfen lassen und den ein oder anderen Lebkuchen genießen! 🙂

Eine besinnliche Vorweihnachtszeit wünsche ich euch allen!
Adrian

Meine erste Blog-Geschichte

Ich habe gestern eine kleine Geschichte über das Leben geschrieben, eingepackt in einen Tag. Ich bin gespannt ob sie euch gefällt.

Ein Tag

Es ist 5:55 Uhr. Deine Eltern wollen dich wecken. Du bist noch ganz dämmrig. Tja, aber du weißt, dass du aufstehen musst. Du stehst auf und machst dir erst mal keine Gedanken über deinen Tag.
Du machst dich fertig und bereitest dich vor. Deine Eltern gehen dir dabei zur Hand.
7:00 Uhr, fertig. Jetzt hast du Zeit zum Spielen und Fernsehen. Doch wie sollte es anders sein, auch hier gibt es Spielverderber: Deine Eltern und das Gesetz.

Also ab zur Schule. Du triffst deine Freunde und bereitest dich auf die erste Stunde vor. Puh, 9:30 Uhr, Pause, endlich. Du ruhst dich aus, hast die erste Etappe des Tages geschafft und kannst dich in Ruhe auf die nächste Stunde vorbereiten denn du hattest bisher einen guten Tag.

In der dritten Stunde unterhältst du dich dann aber lieber mit deinem Nachbarn. Der Unterricht kann so langweilig sein. Du siehst auf die Uhr und verzweifelst: Es ist erst 10:00 Uhr. Und du denkst dir: „Oh mein Gott, das dauert ja ewig.“
In der nächsten Stunde heißt es Konzentration: Chemie Schulaufgabe. Puh ist das schwer und ich habe viel zu wenig Zeit. Wofür brauche ich das überhaupt? Ich will schließlich nicht in einem Labor verstauben sondern Anwalt werden.
Dring, Dring, …. Ah, endlich geschafft. Über Chemie machst du dir erst mal keine Gedanken mehr. Du bereitest dich lieber auf die nächste Stunde vor.

Doch da kommt sie rein und verdreht dir augenblicklich den Kopf. In deinem Kopf rennst du mit ihr auf und davon. Sie kommt direkt auf dich zu und sie lächelt. Ihr unterhaltet euch und kommt euch dabei immer näher. Ihr mögt euch und verabredet euch. Doch jetzt musst du dich auf die nächste Stunde konzentrieren.
Diese blöden Klausuren. Doch du hast dich gut vorbereitet. Das ist auch dringend nötig wenn du irgendwann mal Biologe werden willst.
Ahhh, wieder geschafft. Wenigstens eine gute Nachricht in letzter Zeit. Denn der Kummer, dass sie sich von dir getrennt hat, hat dich echt umgehauen. Du verstehst es immer noch nicht und wirst es wahrscheinlich nie überwinden. Aber jetzt ist keine Zeit für Kummer. Du holst alles aus dir raus.

Es ist 12:15 Uhr, die letzte Stunde beginnt. Du weißt jetzt schon was du machen willst, nachher, und du freust dich drauf.
Du musst nur noch diese Hausarbeit abgeben, dann ist die Schule aus.

Du gehst nach Hause und schaust dich dabei um. Schaust dir schöne Häuser an, Kirchen und das Meer. Du isst ein Eis und triffst dabei auf eine schöne Frau. Sie ist dir bis jetzt nicht aufgefallen. Sie arbeitet ja in der Management-Abteilung und du im Forschungstrakt. Doch ihr versteht euch auf Anhieb.
Ihr esst auf, putzt eurem Kind den Mund ab, nehmt es auf den Arm und geht nach Hause.

Es ist mittlerweile 14:30 Uhr und er, der Sohn, muss noch Hausaufgaben machen. Daheim angekommen, um 15:30, jammert er dir die Ohren voll, dass die Schule doof ist, er froh ist, wenn er draußen ist und dass er nicht weiß, wie er sie ansprechen soll. Du sagst: „Noch vergeht die Zeit langsam, aber wenn du erwachsen bist, vergeht sie viel zu schnell.“ Er versteht dich nicht. Er ist wahrscheinlich noch nicht reif genug. Er geht und du schaust ihm hinterher und denkst dir, er wird es verstehen, wenn er selbst soweit ist.

So, jetzt ist aber Zeit für Abendessen, 18:00 Uhr. Deine Frau und du habt heute euer Lieblingsessen gekocht.
Plötzlich klopft es an der Tür. Es ist dein Sohn mit seiner Familie, die auf einen Überraschungsbesuch vorbeikommen. Du freust dich, bittest ihn herein und ihr esst gemeinsam. Er erzählt von der Arbeit und den vielen Nullen in der Chefetage. Du spielst derzeit mit seiner Tochter. Gott, sie ist schon wieder größer geworden, stimmts?

Langsam ist es spät geworden und deine Frau legt sich schon mal hin.
Während sie geht, denkst du an sie und an gemeinsam Erlebtes.
Du siehst dich um, schaust was du erreicht hast: Einen Doktor der Biologie, du hast geheiratet und einen Sohn bekommen, der ein erfolgreicher Architekt geworden ist und selbst glücklich ist und eine Familie hat.
Während du an all das denkst, wirst du müde und begibst dich in aller Ruhe zu deinem Schatz und schläfst ein.
Was für ein ereignisreicher Tag.